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»Also, ich muss auch sagen, dass ich mir einen Menschen im
Koma irgendwie anders vorgestellt habe«, bemerkte Paige. »Auf
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mich hat Teddy mehr so gewirkt, als ob sie einen & schlimmen
Albtraum durchlebt.«
»Ja, aber ein Albtraum, aus dem sie merkwürdigerweise nicht
erwachen kann«, murmelte Phoebe.
»Was sagst du zu alldem, Leo?«, fragte Piper ihren Mann.
Doch Leo stand nur mit gerunzelter Stirn da und schien tief in
Gedanken versunken. »Welches Zimmer ist es genau?«,
murmelte er plötzlich.
»Das vorletzte auf der linken Seite«, antwortete Paige. »Aber
warum  «
Doch schon war Leo in einer Wolke aus blauem Licht
verschwunden.
»Was treibt er denn jetzt schon wieder?«, rief Piper außer
sich, denn eben trat ein Arzt, der in ein Krankenblatt vertieft
war, aus einem der Überwachungsräume auf der rechten Seite
und ging zielstrebig Richtung Teddys Krankenzimmer.
»O verdammt!«, presste Phoebe hervor, doch im gleichen
Moment materialisierte Leo schon wieder diesseits der Glastür.
»Uff, das war knapp!«, Piper stieß erleichtert die Luft aus.
»Was wolltest du denn in Teddys Zimmer?«
»Wie ihr wisst, war ich in meinem früheren Leben Arzt«,
erklärte Leo. »Ich wollte mir daher Teddys Zustand persönlich
ansehen, um mir selbst ein Bild zu machen, und ihr habt Recht,
das ist kein herkömmliches Koma, in dem sie sich befindet.«
»Aber was fehlt ihr dann?«, fragte Phoebe.
»Das kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen«, musste Leo
zugeben. »Dazu reichte die Zeit nun wieder nicht.«
»Ist dir auch aufgefallen, dass sich Teddys Körper irgendwie
seltsam anfühlt?«, fragte Phoebe. »So kalt, fast wie tot?«
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»Allerdings«, gab Leo zurück.
»Konntest du sie nicht heilen?«, fragte Paige.
»Nein, auch das war nicht möglich, ich hätte auch gar nicht
gewusst, wovon ich sie heilen sollte. Und zwar aus einem ganz
einfachen Grund: weil Teddy nämlich gar nicht körperlich krank
ist.«
»Was soll das heißen, sie ist nicht krank?«, platzte Piper
heraus. »Findest du es etwa gesund, wenn ein Mensch völlig
reglos und apathisch daliegt und dabei konfuses Zeug
daherplappert wie im Fieberwahn?«
»Und doch ist sie nicht im klassischen Sinne krank oder
verletzt«, insistierte Leo. »Aber als ich sie berührte, ist mir
etwas Merkwürdiges aufgefallen. Etwas, das ich in dieser Form
noch nie erlebt habe.«
»Was denn?«, fragte Piper ungeduldig, und auch ihre
Schwestern rissen erwartungsvoll die Augen auf.
»Etwas fehlte«, sagte Leo nur.
Zurück in ihrem trauten Heim versammelten sich die
Zauberhaften um den Küchentisch, während Leo rasch beim
China-Bringdienst anrief, um ihr Mittagessen zu ordern.
Niemand im Hause Halliwell hatte heute die Lust und die
Nerven, etwas zu kochen, nicht einmal Piper.
Als Leo in die Küche zurückkam, wurde er von den
Schwestern schon ungeduldig erwartet.
»Los, sag schon! Was meintest du damit, dass : etwas
fehlt9 ?«, wollte Piper wissen.
Der Wächter des Lichts ließ sich auf einen der Stühle sinken
und verschränkte die Arme vor der Brust. »Ich kann es nicht
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genau sagen«, begann er, »aber jeder sterbliche Mensch ist
bekanntlich eine Einheit aus Körper, Geist und dem, was
landläufig als Seele oder das geistige, Leben spendende Prinzip
bezeichnet wird.«
»Ja und?«, drängte Paige, die ahnte, dass der Wächter des
Lichts im Begriff stand, ihnen wieder einmal einen Vortrag in
Sachen höheres Wissen zu halten.
»Na ja, vom Vorhandensein von Teddys Körper konnten wir
uns im Krankenhaus ja persönlich überzeugen«, fuhr Leo fort.
»Mit ihrem Geist ist das allerdings schon etwas anderes. Ich
spürte, dass dieser sich auf der Schwelle zwischen zwei Sphären
befand  aber er war dennoch für mich greifbar.«
Er machte eine kurze Pause und sah ruhig in die Runde,
bevor er weiter sprach: »Anders sieht es dagegen mit dem aus,
was man in fast allen Kulturen die Seele nennt. Wie ihr wisst, ist
die Seele keineswegs ständig mit dem zugehörigen Menschen
verbunden. Ihr kennt ja alle die Berichte von Personen, die
behaupten, dass sie sich im Schlaf oder in einem Zustand totaler
Entspannung aus ihrem Körper lösen und andere Ort aufsuchen
können.«
»Du meinst so was wie Astralprojektion?«, fragte Phoebe.
»Nein«, widersprach Leo. »Bei Astralprojektionen oder
anderen Out-Of-Body-Phänomenen verlässt der Geist den
Körper, nicht die Seele.«
»Was genau versteht man denn nun unter dem Begriff
Seele?«, fragte Paige.
»Die Seele ist, vereinfacht ausgedrückt, dein nicht greifbares
Ich, das unabhängig vom Körper funktionieren kann und von
dem wir annehmen dürfen, dass es nach unserem körperlichen
Tod in anderer Form weiterexistiert«, erklärte Leo.
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»Und was hast du nun bei der Berührung von Teddys Körper
gespürt?«, forschte Piper ungeduldig nach.
»Ich glaubte zu fühlen, dass Teddys Seele ihrem Körper nicht
mehr innewohnt«, sagte Leo. »Allerdings scheint dieser Zustand
nicht von ihr selbst herbeigeführt worden und auch nicht
umkehrbar zu sein.«
»Willst du damit andeuten, die Seele wurde ihr gewaltsam
entrissen?«, fragte Paige.
»Das weiß ich nicht. Es scheint jedoch so zu sein, dass
Teddys Seele aus irgendeinem Grund nicht mehr ihren Weg in
den Körper zurückfinden kann«, erwiderte Leo. »Oder anders
gesagt: In ihrem Fall sind Körper und Geist offenbar nicht in der
Lage, die Seele zurückzuholen und die für ein Leben in dieser
Sphäre nötige Einheit wiederherzustellen.«
»Aber was kann diese merkwürdige, äh, Seelenwanderung
nur ausgelöst haben?«, grübelte Phoebe.
»In Anbetracht deiner Vision von Teddy sicherlich nichts
Gutes«, bemerkte Paige, und dann: »Könnte es nicht doch sein,
dass das alles unmittelbar mit dem Spiel : Abaddon9
zusammenhängt?«
»Wenn man den Bildern meiner Vision und dem, was Teddy
im Krankenhaus gesagt hat, glauben kann, dann scheint da
allerdings ein Zusammenhang zu bestehen«, musste Phoebe [ Pobierz caÅ‚ość w formacie PDF ]

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